Depression wirklich Verstehen.

Depression ist ein Wort, dass viele von uns benutzen. Doch wissen wir wirklich was es bedeutet und was dahinter steckt? Schon mal vorab, zwischen "Ich fühle mich in den letzten Tagen depressive" und einer klinischen Depression, gibt es große und wichtige Unterschiede. Mit diesen Missverständnissen möchte ich heute aufräumen.

Sebastian Görne

7/9/202616 min read

Depression? Was ist das eigentlich wirklich?

Wir alle haben es schon von unseren Mitmenschen gehört, "Ich fühle mich depressiv...." Oder " Ich glaube ich habe eine Depression...", vielleicht hast du auch schon selber gedacht das du eine hattest oder hast. Wir benutzen den Begriff "Depression" in unserem Alltag häufig um ein Gefühl der Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit zu beschreiben und unsere Mitmenschen verstehen was wir meinen, es dient uns unseren Mitmenschen zu vermitteln was wir gerade emotional erleben.

Jedoch gibt es einen Unterschied zwischen "Ich fühle mich seit einigen Tagen niedergeschlagen und Traurig" und einer Depression im klinischen Sinne. Tage und auch Abschnitte in unserem Leben in dene wir mehr Traurigkeit und Niedergeschlagenheit empfinden sind Teil des normalen Erlebens. Manchmal scheint die Sonne und manchmal ist es grau und regnerisch für einige Tage, dies sind normale Wechsel und gehören auch zum Leben dazu. Aber wann ist es eine, im klinischen Sinne, wirkliche Depression und erlangt Krankheitswert?

Wo liegt der Unterschied?

Wenn wir unter einer normalen depressiven Verstimmung leiden hat dies häufig eher begrenzte Auswirkungen auf unsere Leben. Ja, wir fühlen eine für uns eher gedrückte Stimmung in gewissen Bereichen unseres Lebens und wir erleben ein Gefühl der Traurigkeit. Vielleicht hält dieses Gefühl auch einige Tage an bevor unsere gewohnte Stimmung zurückkehrt. Generell sind wir noch in der Lage unser Leben normal zu führen und auch den Ansprüchen des Lebens an uns gerecht zu werden. Wenn auch mit einer gewissen schwere.

In eine Depression hingegen wirkt tiefer, sie betrifft unsere Sicht auf unser Selbst und ist all umfassend. Sie geht mit einem Interessen- und Freudverlust, an Dingen die sonst als angenehm empfunden worden, einher. Das heisst unsere Hobbies und gemeinsame Zeit mit unseren Freunden bereitet uns einfach keinen Spaß mehr. Dies ist eine depressive Stimmung die alle Bereiche unseres Lebens betrifft. Betroffene klagen häufig über einen verminderten Antrieb und gesteigerte Ermüdbarkeit. Depressionen gehen meist mit einem Verlust des Selbstvertrauens und dem Selbstwertgefühls einher und können zu Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen führen. Nicht selten wird der gesamte Sinn des eignen Lebens hinterfragt und auch Suizidgedanken sind häufig eine begleiterscheinung.

Wie du schon siehst hat eine Depression eine andere Dimension und schwere. Abgesehen von unserer Emotionalen Welt wirkt sich eine Depression auch auf unseren Körper und unsere geistige Leistungsfähigkeit aus und zeigt sich z.B. durch Schlafstörungen, Appetitverlust, Libidoverlust, Früherwachen und ein Morgentief das es betroffenen schwer macht überhaupt noch die Anforderungen des Alltags zu bewältigen.

Je nach Anzahl der Symptome die ein Betroffener berichtet wird eine depressive Episode in leicht, Mittel und schwer eingeteilt und auch die Behandlung richtet sich nach der Schwere der depressiven Episode. Wohin eine leichte depressive Episode meist ohne Medikamente behandelt wird kommen bei mittleren und schweren depressiven Episoden häufig Medikamente unterstützend zum Einsatz. Dazu Später noch ein paar mehr Informationen.

Wie kommt es zu einer Depression?

Nun wissen wir was eine Depression ausmacht, aber we kommt es das wir in eine Depression rutschen? Dazu gibt es viele verschiedene Erklärungsansätze und ich glaube das es nicht die eine Ursache ist sondern eher ein Zusammenspiel von verschieden Faktoren und Umständen die zusammen kommen. Ich werde hier versuchen dir hier einen Überblick über die, meiner Meinung nach, wichtigsten Erklärungsmodelle und Faktoren zu geben.

  • Das Bio-Psycho-Sozial Modell

  • Die Verstäkerverlust Theorie nach Peter Lewisohn

  • Das Kognitive Modell nach Aaron T. Beck

  • Modell der erlernten Hilflosigkeit nach Martin Seligmann

  • Das pszchoanalztische Modell

Das Bio-Psycho-Sozial Modell

Im Gegensatz zu vielen anderen Erklärungsmodellen besagt das biopsychosoziale Modell das eine Depression nicht mono-kausal entsteht sondern das Ergebniss von verschiedenen Faktoren ist. Dabei stützt es sich auf drei Säulen.

Die biologische Ebene ( die körperliche Ebene ), diese Säule betrachtet die physische Hardware mit der wir ausgestattet sind. Dinge wie genetische Veranlagungen, da es auch familiäre häufungen bei psychischen Erkrankungen gibt, aber auch hormonelle Einflüsse, chronische Krankheiten etc. Können zu einer Depression beitragen. Ich glaube wir können dies nachvollziehen, wenn wir körperlich beeinträchtigt sind, fühlen wir uns auch anfälliger für die Herausforderungen unseres Alltages.

Die psychologische Ebene (Geist & Psyche), hier nehmen wir Dinge unter die Lupe wie z.B. die Denkmuster, individuelle Bewältigungsstrategien, Persönlichkeitsmerkmale und auch die Art & Weise wie jemand Emotionen verarbeitet. Wie du dir sicherlich vorstellen kannst ist jemand mit einer negativen Grundeinstellung anfälliger für Depression als jemand der eine positive Einstellung gegenüber dem Leben hat. Natürlich sind viele dieser Dinge eine direkte Folge wie wir Aufgewachsen sind und wie wir gelernt haben mit der Welt zu interagieren.

Die soziale Ebene (Das Umfeld), ein Sprichwort besagt "Zeige mir dir 5 Menschen die dir am nächsten stehen ne ich sage dir wer du bist." Unser Umfeld prägt uns und hat großen Einfluss darauf we wir sind und wie wir die Welt sehen. Auf dieser Ebene betrachten wir deine Beziehungen zu Partnern, Familie und Freunden, wie sieht es momentan auf Arbeit aus (Stress, Mobbing etc) aber auch die Lebensereignisse die Einfluss haben könnten, wie z.B. Scheidung, Todesfälle, Jobverlust etc. Deine Lebenssituation hat einen großen Einfluss auf dein emotionales Wohlsein.

Alle diese Bereiche haben ein wechselwirkung untereinander, z.B. wird eine chronische Krankheit wahrscheinlich auch Einfluss auf deine soziale Ebene haben, durch Beeinträchtigung deiner Arbeit und vielleicht auf deine Beziehungen und Hobbies. Als Folge findest du dich dann verstrickt in negativen Denkmustern (psychologische Ebene) etc. Wie du siehst kann eine Veränderung in einem Bereich zu Veränderung in anderen Bereichen führen. Dies gilt für die abwärts Spirale in die Depression aber auch für die aufwärts Spirale aus der Depression die wir uns bei der Behandlung zu nutzen machen können. Wenn wir eine Stellschrauben drehen stoßen wir eine Veränderung im gesamten System an. Aber dazu mehr später im Abschnitt "Der Weg aus der Depression.

Die Verstärkerverlust Theorie nach Peter Lewinsohn

Die Verstärkerverlust Theorie basiert auf der Annahme, dass es im Leben darauf ankommt eine gesunde Balance zwischen Dingen die uns Freude machen oder kraft geben und den Anforderungen und auch Herausforderungen des Alltäglichen Lebens. Das Leben verlangt uns allen viel ab, wir alle kennen das Gefühl, dass das Leben eine Aneinanderreihung von HErausfoderungen sein kann. Nach Lewisohn ist es wichtig ein Gegengewicht, zu diesen Belastungen, zu haben. Diese sogenannten positiven Verstärker sollten einen Ausgleich darstellen und im besten Fall die Alltäglichen Stress überwiegen.

So das wir Kraft aus unserem Leben schöpfen können. Jedoch gibt es natürlich eine Vielzahl von Ereignissen die diese Balance durcheinanderbringen können, Verlust der Arbeit oder Gesundheit, Scheidung oder der Verlust eines nahestehenden Menschen, die Gesundheit die uns nicht mehr erlaubt unsere geliebten Hobbies aus zu üben und so weiter. Wenn nun unsere Wage aus dem Gleichgewicht gerät und für längere Zeit der Stress des Alltags überhand nimmt und wir nicht mehr genug Ausgleich schaffen können, werden wir anfälliger für psychische Krankheiten und besonders für eine Depression, da das Leben nicht mehr viel Freude für uns bereit hält. Kurz gesagt, unser Leben sollte uns überwiegend Freude bereiten und uns Kraft schenken.

Das Kognitive-Modell nach Aaron T. Beck

Aaron T. Beck ist einer der Mitbegründer der Kognitiven Verhaltenstherapie, Aaron T. Beck beobachtete in seinen depressiven Patienten, dass sie alle etwas gemeinsam hatten und zwar die Tendenz zu einem negativem Denkstil. Im Vergleich zu gesunden Menschen hatten seine depressiven Patienten die Tendenz dazu sich selber, die Ereignisse in ihrem Leben und auch die Zukunft in einem negativem Licht zus sehen. Dies wird auch die Kognitive Triade nach Beck genannt, die sich durch eine negative Sicht auf die eigene Person, Umwelt und die Zukunft auszeichnet.

Diese negativen Gedanken werden auch dysfunktionale Gedanken genannt. Nach Aaron T. Beck zeichnen sich depressive Patienten durch eine dysfunktionale Grundhaltung aus die eine Depression aufrecht erhält. Wenn wir uns und unsere Umwelt ständig als negative interpretieren und keine Hoffnung auf Besserung sehen können wird dies uns in unserer Depression halten. Nach Beck müssen wir die Denkmuster eines depressiven Menschen verändern, denn wenn wir erst schaffen aus den negativen Denkmustern auszubrechen können wir auch der Depression entfliehen.

Die erlernte Hilflosigkeit nach Martin Seligmann

Martin Seligmann und sind Kollege Steven F. Meier führten ein Experiment mit Hunden durch, bei dem sie Hunde in drei Gruppen einteilen die Kontrollgruppe wurde in einen Käfig eingesperrt und nach einiger Zeit freigelassen, die zweite wurde in einem Käfig gesperrt in dem sie Elektroschocks ausgesetzt wurden, jedoch hatten die Hunde die Möglichkeit die Elektroschocks zu stoppen durch das Drücken eines Knopfes, sie lernten das die Kontrolle über die Schocks haben, die dritte Gruppe wurde auch den Elektroschocks ausgesetzt, jedoch im Vergleich zur zweiten Gruppe hatten sie keine Möglichkeit die Schocks zu stoppen.

Nun wurden alle drei Gruppen in eine Box platziert die in zwei Seiten Unterteilt waren, auf einer Seite wurde der Boden it Elektroschocks versehen und die andere Seite war normal und Bot Sicherheit vor den Schocks. Die beiden Seiten waren durch eine niedrige Wand getrennt so das die Hunde mit Leichtigkeit von der Seite mit den Elektroschocks auf die sichere Seite springen konnten. Das Ergebniss war das die Hunde aus der ersten und zweiten Gruppe sofort auf die sichere Seite flohen, da sie gelernt hatten das sie einen Einfluss auf ihr Schicksal haben, nicht so die dritte Gruppe, die Hunde aus der dritten Gruppe verharren auf der Seite ist den Elektroschocks, obwohl sie mit kleinem Aufwand dem Schmerz entfliehen hätten können. Sie ergaben sich ihrem Schicksal. Sie hatten aus dem vorherigen Erlebnis gelernt das sie Hilflos sind und obwohl dies nun eine andere Situation war übertrugen die Hunde die vorher erlernte Hilflosigkeit auf die neue Situation. Daher kam der Begriff der erlernten Hilflosigkeit.

Nun zeigte sich auch Menschen mit so einer erlernten Hilflosigkeit eine höhere Anfälligkeit für depressive Episoden haben. Viele depressive Menschen haben das Gefühl das sie nichts ändern können und das sie die Opfer ihrer Umstände sind. Es stellte sich heraus, dass das Gefühl der Selbswirksamkeit ein wichtiger Bestandteil unserer psychischen Gesundheit ist. Wenn wir das Gefühl haben wir haben Kontrolle und Einfluss auf unser Leben und Richtung dann füllt uns dies mit Selbstbewusstsein und Stärke, jedoch nicht n Menschen die sich ausgeliefert und Hilflos fühlen.

Das psychoanalytische Modell nach Siegmund Freud

Nach Sigmund Freud entsteht eine Depression im Wesentlichen durch einen Verlust, der nicht verarbeitet werden kann und bei dem die darauffolgende Aggression nach innen gerichtet wird. Dies passiert besonders häufig in Menschen die ihr gelernt haben ihre Wut und Aggressionen auszudrücken und daher dazu neigen diese als negative empfunden Gefühle zu unterdrücken.

Der genaue psychische Ablauf lässt sich in folgende Schritte unterteilen:

  • Der reale oder symbolische Objektverlust: Am Anfang steht der Verlust einer geliebten Person, einer wichtigen Bezugsperson oder auch eines abstrakten Ideals (wie Status, Gesundheit oder Lebenspläne).

  • Die ambivalente Beziehung: Zu diesem verlorenen Objekt („Objekt“) bestand immer eine unbewusste Ambivalenz – das bedeutet, neben der großen Liebe gab es immer auch unterdrückte Wut, Enttäuschung oder Groll über diese Person.

  • Die Introjektion (Verinnerlichung): Da das Objekt nun weg ist, weigert sich das Unbewusste, den Verlust hinzunehmen. Stattdessen wird das verlorene Objekt im psychischen Innenleben introjiziert, also quasi im eigenen Ich („Ego“) wiederaufgebaut. Man identifiziert sich mit ihm.

  • Die Wende der Aggression nach innen (Autoaggression): Die unbewusste Wut und der Groll, die eigentlich dem verlorenen Menschen galten, können diesem nicht mehr gezeigt werden (weil er ja weg oder tot ist). Da das Ich sich aber nun mit dem introjizierten Objekt verschmolzen hat, trifft die Wutaxt plötzlich das eigene Selbst.

  • Das Resultat: Die angestaute Aggression wird zur Autoaggression. Dies führt zu den typischen Symptomen einer Depression: massiven Selbstvorwürfen, extremen Schuldgefühlen, Selbstabwertung und dem Gefühl, wertlos zu sein – Freud nannte die Depression (Melancholie) deshalb treffend eine „Wut gegen das eigene Selbst“, bei der die Schatten des verlorenen Objekts auf das Ich gefallen sind.

Basierend auf diesem Modell ist es Wichtig für depressive Patienten mit ihrer unterdrückten Wut wieder in Kontakt zu treten und zu lernen einen Gesunden Umgang mit ihr zu finden, hierbei liegt der Fokus auf Ausdruck, die unterdrückten Gefühle müssen raus aus dem Schatten. Sie müssen Raum und Luft zum Atmen bekommen um das System zu entlasten.

Und nun was ? Was tun?

Gut, nun da wir ein besseres Verständnis für den Weg in die Depression haben stellt sich die Frage, was können wir tun um wieder aus der Depression zu kommen.

Ersteinmal möchte ich sagen, dass das Ziel nicht zurück sondern nach vorne gerichtet sein sollte. Häufig wollen wir zurück zu einem glücklicheren Moment in unserem Leben, was verständlich ist da es einfacher ist und an einen fröhlicher en Moment in unserer Vergangenheit zu erinnern, als uns eine möglicher Zukunft vorzustellen, ganz besonders in einer Depression, in der wir ohnehin schon mit Hoffnungslosigkeit zu Kämpfen haben.

Jedoch müssen wir unseren Blick nach vorne richten und die Vergangenheit, Vergangenheit sein lassen, es ist ein Ort an den wir nicht zurückkehren können. Dies bedeutet nicht das wir sie vergessen müssen, im Gegenteil, wir sollten uns erinnern und au ihr lernen und wenn möglich als eine Motivation für unsere Zukunft sehen.

Nun der Weg aus der Depression sieht für jeden Betroffenen anders aus und hängt auch davon ab was die Hauptauslöser der Depression waren. Alle Ansätze die folgen sind abhängig von der individuellen Situation in der sich der Betroffene befindet und nicht jeder Ansatz passt auf jeden.

Schritt für Schritt aus der Depression mit der richtigen Hilfe.

Auch wenn ich glaube dass wir selber viel bewegen können, rate ich trotzdem dazu sich professionelle Unterstützung su suchen. Besonders in einer Depression mangelt es betroffenen an Motivation und Antrieb, und ein erster Schritt sollte es sein die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch zu nehmen, dieser kann den Betroffenen helfen einen Therapieplan, individuell, für sie zu erstellen und dabei helfen auf Kurs zu bleiben, denn häufig fällt es den betroffenen schwer wieder ins tun und in die Selbstwirksamkeit zu kommen. Zudem hilft es häufig schon einmal sich einzugestehen das man Hilfe braucht.

Diese Körperliche Ebene

  • Sport und Bewegung als Antidepressivum hat sich als sehr hilfreich bei betroffenen gezeigt. Körperliche Aktivität hat eine Vielzahl von physiologischen Effekten. Es kurbelt die Ausschüttung von Botenstoffen wie Endorphine (körpereigener Schmerzkiller führt zu Gelassenheit), Dopamin (Belohnungshormon führt zu ehr Antrieb), Serotonin (Stimmungs- und Ausgleichshormon und Noradrenalin (steigert Wachzeit und Aufmerksamkeit), dies führen zu einem generellen Anstieg der Stimmung. Dazu kurbelt Sport die Neuroplastizität und Wachstum des Gehirns an, was dem Gehirn ermöglicht neue positive Erfahrungen besser abzuspeichern und als negative Verkabelung abzubauen. Zusätzlich dient Sport als Stressabbau und reduziert Cortisol und Adrenalin Level.

    Und schlussendlich darf man nicht vergessen, dass das veränderte Spiegelbild auch dazu beitragen kann das wir wieder mehr Selbstbewusstsein entwickeln. Wenn wir mögen was wir im Spiegel sehen trägt dies auch zu unserer Motivation bei.

  • Gesunde Ernährung darf nicht unterschätztMA werden, Forscher gehen sogar davon aus das unsere moderne Ernährung von hochverarbeiteten Lebensmitteln zu unseren psychischen Krankheiten beitragen. Diese Lebensmittel führen nicht nur zu übergewicht, durch ihre hohe Kalorien Dichte sondern auch zu chronischen Entzündungen in unserem Körper, und besonders chronische Entzündungen wurde mit Depressionen in Verbindung gebracht. Gesündere und unverarbeitete Lebensmittel geben unserem Körper eine Vielzahl von Nährstoffen und den Treibstoff den wir täglich benötigen um unseren Alltag zu bewältigen.

  • Schlaf und Ruhe wenn wir Schlafen und uns Ausruhen ( Ausruhen bedeutet nicht vor dem Handy oder anderen Medien ) kann unser Körper sich reparieren, angefallene Abfallstoffe abtransportieren und die Ereignisse unseres Alltags Verarbeiten. Wir benötigen Zeit von Ruhe und Erholung als Ausgleich zu den ständigen Herausforderungen unseres Lebens. Sollten wir diese Zeit nicht bekommen verharrt unser Körper in einem Dauerzustand von Stress, der zum Anstieg von Stresshormonen führt und zum Anstieg von chronischen Entzündungen, die wie schon vorherrig genannt zu Depressionen beitragen können.

Die psychische und mentale Ebene

  • Wie ich schon vorher erwähnt habe zeigen sich bei depressiven Menschen negative und dysfunktionale Denkmuster bezüglich Selbst, Umfeld und Zukunft ( Die Kognitive Triade nach Beck ).

    Besonders hier kommt die Unterstützung eines Psychotherapeuten in Spiel, gemeinsam können Betroffene und Therapeut/in diese Denkstrukturen analysieren, hinterfragen und durch funktionale Gedanken ersetzen.

    "Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab" Markus Aurelius

    Unsere Gedanken haben einen entscheidenden Einfluss auf unser Leben und wir wir die Ereignisse in unserem Leben interpretieren. Wenn wir es schaffen unsere Gedanken positiv zu beeinflussen wird sich auch unser Leben zum besseren verändern. Mehr Gelassenheit und Optimismus erleichtert uns den Umgang mit unseren Mitmenschen und führt zu einer generellen Reduktion in Stress.

    Jeder Gedanke ist eine Wahl, und wenn wir wählen positiv und konstruktiv zu denken erlangen wir auch wieder mehr Selbswirksamkeit anstatt dem Gefühl ein Opfer unserer Gedanken zu sein.

  • Meditation und Journaling als Methode der Entspannung und als Weg zu mehr Selbstwahrnehmung. Durch Meditation lernen wir zu beobachten und akzeptieren, ohne die Dinge verändern zu müssen. Meditieren entlarvt Gedanken für was sie sind, nur Gedanken, sie haben keine Kraft über uns, wenn wir ihnen die Kraft nicht geben.

    Es geht darum, zu lernen, unsere Gedanken als das zu sehen, was sie wirklich sein: Sie sind Objekte - wie Wollen am Himmel, die vorüberziehen. Aber sie sind nicht der Himmel, du bist der Himmel. Wenn wir uns nicht mit den Wolken identifizieren, sondern stattdessen mit dem Himmel, dann sehen wir sie als das, was sie sind. Sie ziehen vorbei, sie lösen sich auf, aber du bist du konstante, der Himmel.

    Nur wenn wir ihnen mehr Bedeutung zuordnen bekommen sie Kraft bei uns.

    Meditieren und Journaling bringt Licht in die Ecken unseres Unbewussten und hilft uns dabei zu entdecken was wir brauchen um uns wieder gut zu fühlen.

Die soziale Ebene:

Wir als Menschen sind soziale Wesen, Gemeinschaft gibt uns Sicherheit und Geborgenheit. Das Beisammensein mit anderen reduziert Stress und schüttet das Hormon Oxytocin aus. Oxytocin ist das sogenannte Bindungshormon, es fördert Gefühle von Verbundenheit, Sicherheit und Zugehörigkeit und trägt somit zu unserem Wohlbefinden bei. Gleichzeitig dient es als Gegenspieler von Stress es reduziert Angst und und senkt den Cortisolspiegel (Stresshormon).

Da depressive Menschen in der Regel zu sozialem Rückzug neigen haben Betroffene eine Unterversorgung mit diesem wichtigen Hormon. Dies führt zu einem wichtigen Aspekt bei der Heilung einer Depression, Betroffene müssen trotz des mangelnden Antriebs versuchen wieder sozial aktiv zu werden. Soziale Isolation begünstigt depressive Episoden und vice versa bedeutet das soziale Einbindung ein kraftvoller und notwendiger Bestandteil bei der Heilung einer Depression sein sollte.

Es gibt natürlich eine Vielzahl von Möglichkeiten wieder sozial aktiver zu werden:

  • Geh einem Hobbie nach das andere Menschen beinhaltet wie zum Beispiel, Gruppensport, damit kannst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, soziale Einbindung und Bewegung.

    Aber natürlich jede Art von Gruppenaktivität hat die beschriebenen Effekte, sei es Kunstkurse, Chor, Tanzunterricht, Sprachkurse ( Gruppen ), Kochkurse etc. Die Liste ist lang und ich bin mir sicher das es etwas für jeden Geschmack gibt.

  • Nimm Kontakt mit alten Freunden auf und Trefft euch auf ein Bier, Cafe, Abendessen, was auch immer es sein mag, Freundschaften sind ein wichtiges Fundament für unsere Gesundheit.

  • Reisen und neue Menschen und Kulturen Kennenlernen kann auch eine hervorragende Methode sein, vielleicht hilft es manchen sich an Orte z begeben wo sie niemand kennt und wo das Umfeld sie nicht an ihre Situation und Probleme erinnert.

Jeder interaktion mit anderen kann von Vorteil sein, es erlaubt uns eine Auszeit von unseren eigenen Gedanken zu nehmen und ermöglicht und einfach Mal nicht das Scheinwerferlicht auf unsere Sorgen zu richten und die Sorgen auch Mal ruhen zu lassen. Das bedeutet in keiner Weise das wir unsere Sorgen ignorieren sollen oder auf ewig in Vermeidung gehen, jedoch brauchen wir Auszeiten und Abstand. So können wir uns später mit neuer Perspektive und mehr Energie wieder unseren Herausforderungen stellen.

Die Mischung macht die Medizin.

Um Heilung zu erfahren glaube ich komme es darauf an ganzheitlich zu arbeiten und alle Aspekte des Lebens zu beleuchten. Ein multimodaler Ansatz, bei dem wir verschiedene Therapeutische Ansätze kombinieren, hat eine bessere Heilungsprognose als reine Psychotherapie. Daher empfehle ich immer eine Kombination aus den obigen genannten möglichen Ansätzen. Zudem ist es immer wichtig ein Therapieplan individuell und ganzheitlich auf jeden einzelnen Menschen zuzuschneiden. Der richtige Ansatz ist der der Ergebnisse zeigt nicht der der am modernsten oder am beliebtesten ist. Dies ist für jeden einzelnen etwas anderes.

Schlussendlich sind die obigen Information nur ein kleiner Ausschnitt aus einem gewaltigen Thema, das noch immer viel Forschung benötigt, jedoch erkranken es ca. 15-20% aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression und es ist sehr wahrscheinlich das wie alle jemanden in unserem Leben haben der entweder an einer Depression leidet oder schon einmal daran gelitten hat. Meine Absicht mit diesem Block ist es mehr Verständnis und Akzeptanz zu schaffen für solche die an einer Depression leiden oder für deren Mitmenschen. Keiner von uns ist immun und um so mehr wir wissen um so mehr können wir tun um uns gegen eine mögliche Depression zu schützen oder um unseren Mitmenschen zu helfen.

Ich hoffe das diese Informationen hilfreich waren und dir ein besseres Verständnis, davon was eine Depression ist, vermitteln konnte. Ich danke dir das du es soweit geschafft hast und sollte ich etwas falsches geschrieben haben, würde ich mich freuen wenn du mir eine Rückmeldung per E-Mail geben würdest und ich werde mich damit auseinandersetzten.

Medikament als Unterstützung.

(Wichtig vorab, Ich bin kein Arzt und somit nicht berechtigt Empfehlungen auszusprechen bezüglich Medikamenten, dies sind lediglich Informationen über medikamentöse Optionen und deren Einsatz. Solltest du Medikamente in erwägung ziehen solltest und musst du die immer ein Absprache mit einem Facharzt tun )

Für Menschen die an einer Depression leiden können Medikamente ein unterstützendes Mittel sein. Nach den S3 Richlinien sind bei einer mittleren und schweren Depression, die Behandlung mit Antidepressiva indiziert.

Antidepressive werden in der Regel in Kombination mit einer Psychotherapie eingesetzt und können den Heilungsprozess unterstützen. Die am häufigsten eingesetzten Antidepressive sind die sogenannten SSRIs (Selektive Serotonin Wiederaufnahme Hemmer) sie erhöhen den Serotoninspiegel im Synaptischen Spalt im Gehirn, basierend auf der Serotonin Hypothese, führt das erhöhte Serotoninlevel zu Verbesserung in der Stimmung der Patienten. Serotonin wird auch als das Wohlfühl- oder Glücksgefühl Hormon bezeichnet. Daher liegt die Annahme dass mehr Serotonin zu einer Verbesserung der Stimmung führt nahe.

Ob eine Behandlung mit Antidepressivan angemessen oder notwendig ist liegt im Ermessen eines Facharztes und nicht bei mir als Heilpraktiker für Psychotherapie. Jedoch finde ich diese Thema sehr spannend und besonders die neuen Erkenntnisse in der Neurobiologie, die die alte Serotonin Hypothese infrage stellt.

Sollte dich dies in mehr Details interessieren werde ich entweder ein Bonus am Ende dieses Blog schreiben oder einen Seperaten Blog schreiben.

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